Jeder, der in den letzten Tagen Medien konsumiert hat, wird wohl von der derzeitigen Diskussion um zusätzliche Arbeitsstunden für Lehrer gehört haben. Laut Plänen der Bildungsministerin Schmied soll die Unterrichtszeit um zwei Stunden erhöht werden.
Ohne diese Maßnahme wären laut ihr Sachen wie der Kleingruppenunterricht für Fremdsprachen gefährdet. Das größte Problem dabei ist, dass die Belastung von Lehrern stark variiert, manche Unterrichtende engagieren sich sehr und arbeiten auch so schon sehr viel, andere bereiten ihren Unterricht kaum vor und würden unter diesen Extrastunden kaum leiden. Dadurch werden die guten, fleißigen Lehrer bestraft, während "nicht so gute" kaum schlechter dastehen. Auch negativ könnte sich das auf die Qualität des Unterrichts auswirken, die Schüler profitieren nicht davon, wenn ein lustloser, überarbeiteter Lehrer sie unterrichtet. Die Österreichische Bildung sieht im internationalen Vergleich sowieso nicht überragend aus, also sollte man diese Situation nicht noch weiter verschlimmern.
Natürlich, alle Berufsgruppen leiden unter der Wirtschaftskrise, aber die schulische Bildung ist mehr eine Investition in die Zukunft, welche unersetzbar ist. Ich persönlich frage mich ja, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, bei der Bildung zu sparen. Wie soll sich Österreich sonst für die Wirtschaft vorbereiten, wenn nicht mit einer gut gebildeten Bevölkerung?
Für einen großen Teil der Industrie ist das Land aufgrund seiner hohen Löhne unattraktiv, nur mit gut ausgebildeten Arbeitskräften kann man für Firmen Anreize schaffen, sich hier niederzulassen. Deswegen sollte man den Bildungsetat deutlich erhöhen. Eine Bildungsmilliarde, wie sie von den Grünen vorgeschlagen wurde, wäre eine Lösung.
Wer immernoch meint, dass die Schulen genug Geld haben, zwei Beispiele von meiner eigenen Schule: Der ehemalige Hausmeister ist diesen Monat pensioniert worden, seine Stelle sollte nun unbesetzt bleiben. Eine Schule mit 600 Schülern ganz ohne Hausmeister? Realistisch gesehen undurchführbar. Glücklicherweise konnte der Posten teilweise von einem Hausmeister aus der HTL im gleichen Gebäude übernommen werden.
Auch für einen kürzlich verstorbenen Zeichenlehrer wird es keinen Ersatz geben, seine Unterrichtsstunden verteilen sich auf die restlichen Zeichenlehrer.
Fazit: Die geplanten Stundenerhöhungen sind nur ein Symptom des niedrigen Bildungsetats, das generell viel zu niedrig bemessen ist. Fraglich ist, ob die Politik dieses Problem lösen wird.
Posts mit dem Label Bildung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bildung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 12. März 2009
Abonnieren
Posts (Atom)